UX-Optimierung digitaler Vergleichsportale
Dieses Projekt entstand im Rahmen meiner Masterarbeit im Studiengang Medieninformatik. Im Fokus stand die Untersuchung der Nutzung digitaler Vergleichsportale durch Personen ab 60 Jahren sowie die Entwicklung und Evaluation eines UX-Konzepts zur Reduktion kognitiver Belastung und Unterstützung von Entscheidungsprozessen.
Datum: 02.März 2026 bis 03. August 2026
Dauer: 5 Monate

Problemstellung
Digitale Vergleichsportale bieten eine Vielzahl an Informationen, Filtern und Auswahlmöglichkeiten. Diese Vielfalt kann es erschweren, relevante Informationen zu erkennen, Produkte miteinander zu vergleichen und eine fundierte Entscheidung zu treffen. Besonders eine hohe Informationsdichte, versteckte Funktionen und unklare Interaktionsmöglichkeiten können die Nutzung erschweren. In meiner Masterarbeit habe ich untersucht, welche Herausforderungen bei der Nutzung solcher Portale durch Personen ab 60 Jahren auftreten und wie sich die Nutzerführung und Entscheidungsunterstützung verbessern lassen.
Konzept der Website: UX-Optimierung
Ziel der UX-Optimierung war es, die Informationssuche und den Vergleich von Angeboten zu erleichtern sowie die kognitive Belastung zu reduzieren. Dafür wurden die Informationsdarstellung übersichtlicher gestaltet, Filter leichter zugänglich gemacht und die Nutzerführung verbessert. Der Prototyp umfasst sowohl eine optimierte Reisebuchung als auch einen überarbeiteten Produktvergleich für Waschmaschinen.

Informationsdarstellung
Übersichtlichere Anordnung und stärkere Priorisierung relevanter Informationen



Navigation und Orientierung
Klare nächste Schritte und konsistentere Interaktionen

Filter
Bessere Sichtbarkeit und nachvollziehbare Darstellung ausgewählter Filter


Angebotsvergleich
Unterstützung beim Gegenüberstellen und Bewerten von Angeboten
Vorgehensweise
Im Mittelpunkt des Projekts standen die Untersuchung bestehender Vergleichsportale und die Entwicklung eines optimierten Prototyps. Die Ergebnisse der Usability-Tests sowie Erkenntnisse aus Desk Research und Literaturrecherche bildeten die Grundlage für die Überarbeitung der Benutzeroberfläche. Der entwickelte Prototyp wurde anschließend in einer zweiten Testrunde evaluiert.


Zwei Personas, die die Nutzergruppe repräsentieren
Nutzeranalyse
Methode: Desk Research und Literaturrecherche, Erstellung von Personas mithilfe von Canva
Ziel:
→ typische Nutzerprofile der Zielgruppe definieren
→ Anforderungen und Bedürfnisse der Zielgruppe identifizieren
→ Digitale Vorerfahrungen und Nutzungsverhalten von Personen ab 60
Jahren untersuchen

User by Problem Matrix

Auswertung der Umfrage - Internetnutzung

Auswertung des Raw-NASA-TLX
Empirische Studie
Methode: Usability-Tests der bestehenden Vergleichsportale, Think-Aloud, Bildschirmaufzeichnungen und Beobachtungen, Raw-NASA-TLX
Teilnehmer: 10 Teilnehmer, zwischen 60 und 70 Jahren
Ziel:
→ Herausforderungen bei der Nutzung von Vergleichsportalen und deren
Auswirkungen auf die kognitive Belastung untersuchen
→ Einfluss der digitalen Vorerfahrung auf das Nutzungsverhalten
untersuchen
→ Probleme bei der Informationssuche, Filterung und dem Vergleich von
Angeboten analysieren
→ Ausgangswerte zur kognitiven Belastung als Grundlage für den
späteren Vergleich mit der Prototyp-Evaluation erheben






Auswahl an Screens aus dem Hi-Fi-Prototyp
Konzeptentwicklung
Methode: Konzeption und Entwicklung eines Hi-Fi-Prototyps in Figma auf Grundlage der Ergebnisse der Usability-Tests
Ziel:
→ Erkenntnisse aus der Untersuchung in konkrete Designlösungen
übertragen
→ Kognitive Belastung durch eine übersichtlichere Informationsdarstellung
und verbesserte Nutzerführung reduzieren
→ Vergleichs- und Entscheidungsprozesse durch gezielte Funktionen
unterstützen
→ Konsistente und verständliche Interaktionsmöglichkeiten gestalten


Materialien für die Usability-Tests: Notiz- und Fragebogen.

Ablauf der Usability Tests
Evaluation
Methode: One-on-One Interviews vor Ort mit Think-Aloud-Methode, Fragebogen: Raw-NASA-TLX
-
Teilnehmer: 10 Personen (6 aus der ersten Untersuchung, 4 neue Teilnehmende)
-
Dauer: ca. 40 Minuten eingeplant (Usability-Test, Fragebogen, Nachbesprechung)
Ziel:
→ Überprüfen, ob die Nutzenden die Aufgaben der Reisebuchung und des
Produktvergleichs erfolgreich bearbeiten können
→ Veränderungen der kognitiven Belastung im Vergleich zur ersten
Untersuchung erfassen
→ Verbleibende Usability-Probleme und Optimierungspotenziale
identifizieren


Vergleich der NASA-TLX-Ergebnisse vor und nach der Prototypentwicklung - Reise buchen


Vergleich der NASA-TLX-Ergebnisse vor und nach der Prototypentwicklung - Produkte vergleichen
Ergebnisse
-
Vergleich der Beobachtungen und Usability-Probleme aus beiden Untersuchungsphasen
-
Auswertung und Gegenüberstellung der NASA-TLX-Werte
Ergebnisse:
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Geringere Belastung bei beiden Aufgaben im Vergleich zur ersten Untersuchung
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Verbesserte subjektive Einschätzung der eigenen Leistung
-
Geringerer wahrgenommener Aufwand bei der Bearbeitung der Aufgaben
-
Einzelne Schwierigkeiten blieben bestehen
Ausblick
In zukünftigen Untersuchungen könnte der Prototyp mit einer größeren Stichprobe evaluiert und weitere Altersgruppen einbezogen werden. Besonders interessant wäre ein Vergleich zwischen Personen ab 60 Jahren und noch älteren Nutzenden, beispielsweise ab 80 oder 90 Jahren, um mögliche Unterschiede bei der kognitiven Belastung und der Nutzung digitaler Vergleichsportale zu untersuchen. Darüber hinaus könnten weitere Vergleichsportale und Anwendungsbereiche betrachtet werden, um die Übertragbarkeit der Gestaltungsempfehlungen auf unterschiedliche Nutzungssituationen zu prüfen.
Persönlicher Lernprozess
Durch die Masterarbeit konnte ich meine Erfahrungen mit UX-Methoden, insbesondere mit Usability-Tests, weiter ausbauen. Außerdem habe ich neue Methoden wie Desk Research, Literaturrecherche und den NASA-TLX kennengelernt und angewendet. Bei der Entwicklung des Hi-Fi-Prototyps in Figma konnte ich meine bisherigen Kenntnisse vertiefen und diese bei der Umsetzung des Konzepts einsetzen. Darüber hinaus habe ich gelernt, den Umfang eines größeren Projekts besser einzuschätzen und die einzelnen Arbeitsschritte bei der Zeitplanung zu berücksichtigen.





